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Dienstags, vier Uhr nachmittags. Was für
eine herrliche Uhrzeit für eine Regionalligapartie. Als Beamter,
der bereits um sechs Uhr angefangen hat zu arbeiten und
entsprechend früh Feierabend hat, nimmt man so etwas gerne mit.
Gesagt getan und so fand ich mich zur Nachholpartie zwischen der
Schalker und der Kölner Reserve pünktlich auf dem Berger Feld
ein. Der ursprüngliche Termin mitten in der vergangenen
Länderspielpause fiel der Nominierung eines Effzeh-Akteurs für
sein Nationalteam zum Opfer. Vor dem heutigen Spiel hatte die
Schalker U23 stolze zehn Punkte aus vier Partien geholt. Nach
Siegen gegen die Underdogs aus Lotte, Bochum und Bergisch
Gladbach, gab es am Freitag ein Remis gegen den starken
Aufsteiger Westfalia Rhynern. So mancher schwadronierte bereits
von einer Erfolgsserie. Ich kenne die Schalker Amateure unter
Jakob Fimpel recht lange und weiß, dass auf so einen Lauf auch
immer eine ähnlich intensive Schwächephase folgt. Diesem
Pessimismus gab ich mich anfangs noch nicht hin und erfreute
mich stattdessen an einer prallgefüllten Schale voller
Currywurst und Pommes und über das dazugehörige Veltins im
Pappbecher. Zu allem Überfluss schien sogar die Sonne und ließ
mich die obersten Jacken-Schichten ablegen.
Während ich im Sweater auf den Anpfiff
wartete, zogen fünf andere Jackenträger die Aufmerksamkeit der
gut 300 Zuschauer auf sich. Miron Muslic und sein Trainerstab
erwiesen dem Schalker Nachwuchs die Ehre und nahmen wenige
Reihen vor mir Platz. Dabei lag der Fokus des Profi-Coachs
sicherlich auf seinem Schützling Mertcan Ayhan. Der junge
Verteidiger mit ganz viel Schalke-DNA hatte erst kürzlich seinen
Vertrag bis 2030 verlängert. Im Muslic-Kader spielt Ayhan jedoch
derzeit keine Rolle und kam auf lediglich 29 Spielminuten in den
beiden ersten Begegnungen der noch recht frischen Saison.
Natürlich interessierte auch ich mich dafür, ob sich der
Youngster anbieten konnte. Kurz und knapp: nein. Der
Deutschtürke spielte mehr Bälle auf Sicherheit zurück zu seinem
Keeper als nach vorne. Dazu kamen einige vertändelte Bälle und
immerhin eine wichtige Grätsche im eigenen Strafraum. Trotzdem
war für Ayhan nach einer Halbzeit Schluss und auch Muslic und
Co. gingen mit dem Pausenpfiff.
Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste
bereits mit 1:0. Nilas Yacobi tauchte nach einer halben Stunde
allein vor S04-Keeper Yusufu auf und erzielte mit erstaunlicher
Lockerheit seinen siebten Saisontreffer. Schalkes
Offensivbemühungen standen in ihrer Harmlosigkeit dem Auftritt
der Profis vom Wochenende in nichts nach. Lediglich eine
Torchance konnte verbucht werden, die jedoch aus einem Schnitzer
der Kölner Hintermannschaft resultierte (25.). Mittlerweile
hatte sich der Himmel zugezogen und ich machte Gebrauch von
allen mir zur Verfügung stehenden wärmenden Oberteilen. Das
Spiel der Knappenschmiede hatte nach den ersten Wechseln an
Fahrt aufgenommen und die Bemühungen in Richtung Ausgleich waren
deutlich zu erkennen. Ein Erfolgserlebnis scheint Schalker
Mannschaften derzeit jedoch nicht vergönnt zu sein und
stattdessen gab es in der Schlussphase die Treffer zum 0:2 und
0:3. Das dritte Tor gelang dem älteren aber wohl schwächeren El
Mala-Bruder Malek, der den Ball sehenswert ins lange Eck
schlenzte. Ben Ballas Anschluss in der Nachspielzeit war nur
noch Ergebniskosmetik. Am Wochenende kommt es in der Domstadt –
dann ohne mich – zum Duell der beiden Bundesliga-Teams.
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