| |
Hasselt am Freitag, Hilden am Samstag und
zum krönenden ein Ausflug ins Münsterland. Am letzten Wochenende
vor dem Bundesliga-Start konnte ich meine umfängliche
To-Do-Liste merkbar verkürzen und früh in der neuen Spielzeit
zwei Ligen erneut komplettieren. In der Oberliga Westfalen habe
ich bis dahin noch etwas Weg vor mir. Bildlich gesprochen führte
mich die heutige Etappe über die A2, die A52, die A43 und die A1
in den Norden Münsters. Auf unserer Fahrt überquerten Lynn und
ich die recht durchlässige Grenze zwischen dem Schalker- und dem
Preußen-Territorium. Die Graffitis wechselte zusehends von
blau-weiß zu schwarz-weiß-grün und nach etwas mehr als einer
Stunde erreichten wir den Stadtteil Kinderhaus. In diesem Sommer
gelang dem Stadtteil-Klub Westfalia erstmals der Aufstieg in die
Oberliga. So wanderte das Sportzentrum „Große Wiese“ auf meine
Agenda. Auf Fotos sah die Anlage mit ihrem Naturrasen-Hauptplatz
recht weitläufig aus, sodass ich mir im Vorhinein keine Sorgen
um Lynns Bewegungsdrang machte.
Vor Ort wurden meine Erwartungen dann jäh
eingefangen. Wer einfach nur an der Bande lehnen wollte und
etwas Platz dahinter begrüßte, war hier falsch. Die Zuschauenden
mussten sich auf der kleinen Tribüne einfinden oder daneben mit
einem Flatterband als Absperrung vorliebnehmen. Nicht gerade
ideal, wenn man mit etwas Auslauf fürs eigene Kind geplant
hatte. Lynn und ich machten das Beste draus und kickten mit dem
kleinen Gummiball neben der Tribüne zwischen zwei abgestellten
Toren im Halbschatten. Ich hoffe für meine „Nachfolger“, dass
dieser nicht wirklich durchdachte Zustand nur ein Provisorium
ist und man sich rund um den Hauptplatz noch etwas
professioneller aufstellen will. Nötig wäre es, auch da man in
Münster-Kinderhaus scheinbar gekommen ist um bleiben. Die
aufmerksamen Beobachter des westfälischen Amateurfußballs
staunten nicht schlecht, als hinter der Paarung Lippstadt gegen
Kinderhaus vom ersten Spieltag ein „0:2“ prangte. Der kleine
Verein mit dem komischen Namen hatte den großen Favoriten mehr
als nur geärgert. Zum Elefanten im Raum: Der Name Kinderhaus
geht auf ein Heim für Leprakranke zurück, das im Mittelalter
bewusst außerhalb des Stadtzentrums errichtet wurde.
Auf dem Fußballplatz lebt die ebenfalls
schwarz-weiß-grüne Westfalia natürlich im Hier und Jetzt. Am
vergangenen Sonntag in Hordel guckte man mit Ehrfurcht auf den
überraschenden Auftaktsieg des kommenden Gegners. Hordel selbst
spielte immerhin unentschieden gegen Erkenschwick und hatte
heute einige Anhänger im Gepäck. Die Schlachtenbummler beider
Vereine waren ebenso motiviert wie ihre Mannschaften und trafen
mit ihrem Einsatz auf ein wenig selbstbewusstes und leicht
überfordertes Schiedsrichtergespann. Der frühe Führungs- und
letztendlich auch Siegtreffer (13.) der Hausherren geriet daher
fast in den Hintergrund. Während ich Windeln wechselte,
Einhorn-Sticker auf kleine Ärmchen klebte und die durch den Zaun
wachsenden Brombeersträucher plünderte, verteilte Schiedsrichter
Fischbach mehr als ein dutzend gelber Karten. Zwei davon kamen
nach 64 Minuten im Doppelpack und sorgten für eine empfindliche
Unterzahl auf Seiten des Gastes. Auch deshalb konnte die Heimelf
die Partie souverän über die Zeit bringen und nach dem ersten
Oberliga-Sieg vor einer Woche in Lippstadt auch den ersten
Heimsieg in der neuen Spielklasse feiern. Am kommenden Sonntag
spielt man bei der noch sieglosen TuS Ennepetal. Planmäßig
kämpfe ich mich nahezu zeitgleich beim SC RW Maaslingen an die
erneute Komplettierung der Liga.
|
|