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Wappen SC Westfalia Kinderhaus 1920 WESTFALIA
KINDERHAUS
1:0
(1:0)
TUS
HORDEL
Wappen DJK TuS Hordel 1911
 
  Tore:  
1:0 Fallbrock (13.)  
 
Sonntag, 16. August 2026 15:00 Uhr
Sportzentrum Große Wiese 250
Münster, NRW, DE Auto - 110 km ab DU-Walsum
Oberliga Westfalen (DE V) 2. Spieltag 2026/27
7 Euro 26° C - wolkig
Mantaplatte - 6,50 Euro ---
 
 
 
 
 
 
 
 

Hasselt am Freitag, Hilden am Samstag und zum krönenden ein Ausflug ins Münsterland. Am letzten Wochenende vor dem Bundesliga-Start konnte ich meine umfängliche To-Do-Liste merkbar verkürzen und früh in der neuen Spielzeit zwei Ligen erneut komplettieren. In der Oberliga Westfalen habe ich bis dahin noch etwas Weg vor mir. Bildlich gesprochen führte mich die heutige Etappe über die A2, die A52, die A43 und die A1 in den Norden Münsters. Auf unserer Fahrt überquerten Lynn und ich die recht durchlässige Grenze zwischen dem Schalker- und dem Preußen-Territorium. Die Graffitis wechselte zusehends von blau-weiß zu schwarz-weiß-grün und nach etwas mehr als einer Stunde erreichten wir den Stadtteil Kinderhaus. In diesem Sommer gelang dem Stadtteil-Klub Westfalia erstmals der Aufstieg in die Oberliga. So wanderte das Sportzentrum „Große Wiese“ auf meine Agenda. Auf Fotos sah die Anlage mit ihrem Naturrasen-Hauptplatz recht weitläufig aus, sodass ich mir im Vorhinein keine Sorgen um Lynns Bewegungsdrang machte.

Vor Ort wurden meine Erwartungen dann jäh eingefangen. Wer einfach nur an der Bande lehnen wollte und etwas Platz dahinter begrüßte, war hier falsch. Die Zuschauenden mussten sich auf der kleinen Tribüne einfinden oder daneben mit einem Flatterband als Absperrung vorliebnehmen. Nicht gerade ideal, wenn man mit etwas Auslauf fürs eigene Kind geplant hatte. Lynn und ich machten das Beste draus und kickten mit dem kleinen Gummiball neben der Tribüne zwischen zwei abgestellten Toren im Halbschatten. Ich hoffe für meine „Nachfolger“, dass dieser nicht wirklich durchdachte Zustand nur ein Provisorium ist und man sich rund um den Hauptplatz noch etwas professioneller aufstellen will. Nötig wäre es, auch da man in Münster-Kinderhaus scheinbar gekommen ist um bleiben. Die aufmerksamen Beobachter des westfälischen Amateurfußballs staunten nicht schlecht, als hinter der Paarung Lippstadt gegen Kinderhaus vom ersten Spieltag ein „0:2“ prangte. Der kleine Verein mit dem komischen Namen hatte den großen Favoriten mehr als nur geärgert. Zum Elefanten im Raum: Der Name Kinderhaus geht auf ein Heim für Leprakranke zurück, das im Mittelalter bewusst außerhalb des Stadtzentrums errichtet wurde.

Auf dem Fußballplatz lebt die ebenfalls schwarz-weiß-grüne Westfalia natürlich im Hier und Jetzt. Am vergangenen Sonntag in Hordel guckte man mit Ehrfurcht auf den überraschenden Auftaktsieg des kommenden Gegners. Hordel selbst spielte immerhin unentschieden gegen Erkenschwick und hatte heute einige Anhänger im Gepäck. Die Schlachtenbummler beider Vereine waren ebenso motiviert wie ihre Mannschaften und trafen mit ihrem Einsatz auf ein wenig selbstbewusstes und leicht überfordertes Schiedsrichtergespann. Der frühe Führungs- und letztendlich auch Siegtreffer (13.) der Hausherren geriet daher fast in den Hintergrund. Während ich Windeln wechselte, Einhorn-Sticker auf kleine Ärmchen klebte und die durch den Zaun wachsenden Brombeersträucher plünderte, verteilte Schiedsrichter Fischbach mehr als ein dutzend gelber Karten. Zwei davon kamen nach 64 Minuten im Doppelpack und sorgten für eine empfindliche Unterzahl auf Seiten des Gastes. Auch deshalb konnte die Heimelf die Partie souverän über die Zeit bringen und nach dem ersten Oberliga-Sieg vor einer Woche in Lippstadt auch den ersten Heimsieg in der neuen Spielklasse feiern. Am kommenden Sonntag spielt man bei der noch sieglosen TuS Ennepetal. Planmäßig kämpfe ich mich nahezu zeitgleich beim SC RW Maaslingen an die erneute Komplettierung der Liga.