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Ich hatte mir das recht schön ausgemalt und
es schien für eine kurze Zeit tatsächlich zu funktionieren. Der
Schweizer Cupsieger St. Gallen traf in der UEFA-Cup-Quali auf
Benfica und gewann sein Hinspiel knapp und überraschend. Ein
Gesamterfolg über die Portugiesen würde den Verbleib der Espen
in der Quali bedeuten und mir ein Heimspiel im Sitterstadion am
Donnerstagabend bescheren. Natürlich lief’s anders. Im Rückspiel
in Lissabon gab’s auf den Sack und der „Abstieg“ in die
Conference League-Quali bedeutete, dass die St. Galler am
besagten Donnerstag zuerst auswärts spielen würden. Meinen Ärger
über diesen Umstand steckte ich jedoch gut weg und freute mich
über eine attraktive Alternative. Im nur wenige Fahrminuten
entfernten Fürstentum Liechtenstein stand die erste
Pokal(vor)runde an. Bekanntlich ist der Cup-Wettbewerb im
Zwergstaat die einzige Möglichkeit die Mannschaften der nur
sieben Fußballvereine außerhalb des Schweizer Ligensystems zu
besuchen. So gehört es ein wenig zur Hopperehre, den Länderpunkt
nicht nur auf die wackligen Füße der Ligaspiele zu stellen.
Somit ging es am Donnerstagabend, nachdem
wir zuvor Konstanz unsicher gemacht hatten, für mich in Richtung
Süden. In etwas mehr als einer halben Stunde erreichte ich ab
unserer Unterkunft im österreichischen Götzis den Sportplatz
Leitawis in Triesenberg. Die größte und höchstgelegene Gemeinde
des Fürstentums liegt – wie es der Name bereits vermuten lässt –
am Hang der Alpen. Entsprechend schön präsentierte sich der
Ground des FC Triesenberg, dessen zweite Mannschaft heute auf
die Reserve des FC Ruggell treffen sollte. Schon in meinen
Recherchen zuvor hatte ich mich in den Platz und seine Aussicht
auf die Gipfel in der benachbarten Schweiz verliebt. Und was
soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Es ist völlig
gerechtfertigt, dass der kleine und mehr als feine Sportplatz
regelmäßig zur Wahl des schönsten Platzes in der weiter
gefassten Umgebung steht. Die Anlage ist auf Terrassen angelegt
und man parkt eine Ebene unter dem Platz, unter dem sich ein
Parkhaus befindet. Die Zuschauer stehen indes einige Meter über
den Rasen unter Tennisplätzen, die den öffentlichen Bereich
großzügig überlappen.
Spätestens als die Sonne im Westen genau
hinter dem mittleren Flutlicht stand und für richtig schöne
Bilder sorgte, war klar, der Star war hier nicht das Spiel. Wie
sollte es auch. Die Kicker bewegten sich irgendwo auf
Kreisliganiveau und machten ihre Sache vor diesem Hintergrund
gar nicht so verkehrt. Trotzdem bestätigte mich die Partie
darin, die ganz tiefen Amateurklassen weiterhin zu meiden. Wenn
Pässe über ein paar Meter regelmäßig nicht sitzen und die
Torschüsse immer wieder nur knapp den Eintritt in den Orbit
verfehlen, habe ich am Spiel nur wenig Spaß. Im heutigen Duell
wurden die eine Liga höher spielenden Gäste ihrer Favoritenrolle
sichtbar gerecht. Ruggells Zweite dominierte das Spiel, ließ
viel liegen und führte zur Pause nur mit 2:0. Während des
Gegurkes hatte ich mich bereits spontan dazu entschieden, in der
Pause zum zeitversetzt gestarteten Spiel in Balzers zu wechseln.
Somit zog ich meinen Joker „Halbzeit-Hopping“, verabschiedete
mich von der Katze, die mich in den letzten Minuten vor dem
Pausenpfiff umgarnte und fand mich kurz nach diesem im Auto
wieder.
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