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TWENTE
ENSCHEDE
1:2
(1:1)
FERENCV.
BUDAPEST
 
  Tore:  
  0:1 Joseph (14.)
1:1 Adelgaard (38.)  
  1:2 Joseph (80.)
 
Donnerstag, 23. Juli 2026 20:00 Uhr
De Grolsch Veste 27.500
Enschede, Overijssel, NL Auto - 115 km ab DU-Walsum
Europa League (UEL) 2. Quali-Runde 2026/27
28 Euro 18° C - wolkig
2x Twente ham - 12,60 Euro alkoholfreies Bier (Grolsch) 0,3l - 4,25 Euro
 
 
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Ende Juli durfte ich mich endlich aus der Sommerpause zurückmelden. Wie schon in den vergangenen Jahren, war die fußballfreie Zeit fast wortwörtlich zu nehmen. Ich verzichtete selbstverständlich auf Trumps und Infantinos Kasperletheater und semi-motivierte Testspiele in der Umgebung. Eine kleine und wirklich feine Ausnahme gab es trotzdem. Die letzten Tage der Elternzeit nutzten Lynn und ich, um dem Schalker Training zwei Mal beizuwohnen. Meine Tochter flitzte dabei auffallend sicher und motiviert mit dem Ball um den Trainingsplatz und sammelte Fotos mit dem gesamten Kader. So richtig los ging es dann, wie zuletzt vor drei Jahren, mit den Tukkern aus Enschede und ihrem Weg nach Europa. Die erste Hürde markierte Ferencvaros Budapest als Gegner in der zweiten Runde der Europa League-Quali. Ein namhafter Gegner, den ich jedoch für mehr als schlagbar befand. Ob ich mit meiner Einschätzung recht hatte, würden Max und ich nach einer gewohnt entspannten und zügigen Fahrt in die Twente-Region erfahren.

Da die Nachfrage nach Tickets bei Schalkes Freunden vom FCT etwas verhalten daherkam, konnte ich für uns Tickets im Unterrang der südlichen Ecke erwischen. Die Plätze waren ein Volltreffer und bescherten uns einen grandiosen Blick ins imposante Stadion des FC Twente. Apropos „grandios“: Ich hielt nur fünf Minuten des Spiels aus, bevor ich die erste Runde „Twente ham“ holte. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Hausherren bereits mit 1:0 führen müssen und so meine anfangs aufgestellte These der Kräfteverhältnisse untermauern können. Ausgerechnet Neuzugang, WM-Teilnehmer und Hoffnungsträger Wout Weghorst versagte jedoch kläglich frei vor dem Tor. Twentes Neuner wirkte in dieser Situation wie kurzzeitig paralysiert. Somit passte es ins Bild, dass stattdessen Ferencvaros nach einer Viertelstunde überraschend in Führung ging. Vielleicht tat ich dem ungarischen Serien- und Rekordmeister mit meiner westeuropäischen Arroganz Unrecht. Auch wenn die Kicker aus der Budapester Franzstadt im Sommer nach sieben Jahren erstmals als Zweiter und hinter Györ einliefen, präsentierten sie sich hier und heute bisher meisterlich.

Spätestens mit dem Führungstreffer drängte sich auch der Gästeblock akustisch in den Vordergrund. Auf Seiten des Heimteams schien nicht nur ich überrascht vom Auftritt der Gäste, sodass die Ernüchterung überall zu spüren war. Immerhin gelang einige Minuten vor der Pause der dann auch verdiente Ausgleich. In der Pause schaute ich auch auf die zeitgleich stattfindende Partie des FC St. Gallen, wo sich wahrscheinlich unser anstehender Urlaub und die nächste Quali-Runde für die „Espen“ kreuzen werden. Der Blick in die Schweiz machte mehr Spaß als das, was Twente unten auf dem Rasen bot. Mal wieder holte mich der Besuch in Enschede weder fußballerisch noch stimmungstechnisch ab. Zum Glück waren die Gesellschaft und die Verpflegung weiterhin gut. Zehn Minuten vor dem Ablauf der Partie kassierte der FCT sogar noch das 1:2 und muss nun beim Rückspiel in Budapest abliefern, um nicht in die Quali-Phase der drittklassige Conference League abzusteigen. Hier würde der nächste Gegner nicht Fenerbahce oder Zabrze sondern Dunajska Streda oder Velez Mostar heißen. So oder so hoffe ich, dass man es in die Liga-Phase des Europacups schafft.