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In den meisten Profiligen Europas sind am
vergangenen Wochenende die Würfel gefallen. Die letzten Partien
der regulären Sison sind gespielt und vielerorts starten jetzt
die Relegations-, Aufstiegs-, Entscheidungs- oder
Playoff-Spiele. Immerhin hielten meine aktuellen Jagdgründe in
den Niederungen des niederländischen Amateurfußballs noch einen
letzten Spieltag bereit. Die Auswahl an möglichen Zielen war
groß und letztendlich fiel meine Wahl auf den VV Hoogeveen.
Meine Entscheidung betraf auch Lynn und Alex, da wir den Tag
gemeinsam verbringen und um einen Ausflug in der Region des
Spielorts ergänzen wollten. Schnell hatte ich die Hauptstadt der
Provinz Overijssel, Zwolle, ins Visier genommen. Bei meinem
Besuch von PEC 2013 hatte ich kein Auge fürs Sightseeing. Die
Stadt lag praktisch auf unserem Weg und machte zumindest in
Berichten und auf Bildern eine gute Figur. Es wäre vermessen zu
sagen, dass wir nach unserer Stippvisite positiv überrascht
waren. Immerhin haben nahezu alle Städte und Gemeinden unseres
westlichen Nachbars einiges zu bieten. Auch begünstigt durch das
grandiose Sommerwetter war in Zwolle viel los und die Innenstadt
belebter und wuseliger als man es sich in unseren Gefilden je
vorstellen könnte.
Der erste Teil unseres Tagesausflugs konnte
also überzeugen. Weiter ging es in etwas mehr als einer halben
Stunde Richtung Nordosten, in die gar nicht mal so kleine
Gemeinde Hoogeveen (56.000 Einwohner). Vom Ort sahen wir wenig,
da wir direkt zum Sportpark Bentinckspark fuhren, der neben dem
Viertligisten VV Hoogeveen auch die Heimat des HZVV in der
fünftklassigen Vierde Divisie D ist. Das ist in den Niederlanden
durchaus normal und konnte von mir bereits in
Bunschoten-Spakenburg (IJsselmeervogels und VV Spakenburg) sowie
in Veenendaal (GVVV und DOVO) im Doppelpack „erlebt“ werden. Neu
für mich war indes, dass beide Klubs nach dem Abriss und dem
Neubau des Sportparks im Jahr 2012 baugleiche Stadien überreicht
bekamen. Je zwei Tribüne schmücken die beiden Hauptplätze. Die
größere der beiden, inklusive des Vereinsheims und des
Business-Bereichs, war heute jedoch kaum nutzbar. Der moderne
und zweckmäßige Bau lag in der prallen Sonne und diente nur
einigen, aus meiner Sicht Verrückten, als Aufenthaltsort. Einen
Großteil der Zuschauer zog es auf die gegenüberliegende Tribüne,
die ebenfalls Sitzplätze bot und im Schatten lag.
Die sportlich irrelevante Partie des
letzten Spieltags gegen Genemuiden begann mit einem Knall. Ich
hatte Lynn gerade an der Bande auf dem Arm, als hinter uns vom
Parkplatz aus drei blau-weiße Feuerwerksbatterien gezündet
wurden. Lynn nahm es erstaunlich gelassen und erfreute sich
weiterhin am Trubel auf und neben dem Platz sowie am nun
rollenden und fliegenden „Dei“ (Ball). Trotz der intensiven
Beschäftigung mit unserer Tochter sahen wir einen zwar
gemächlichen, aber durchaus chancenreichen Sommer-Kick bei knapp
30 Grad. Ein Abstauber brachte die favorisierten Gäste im ersten
Durchgang in Führung (20.). Die zweite Hälfte verfolgten wir
größtenteils aus dem wohl temperierten Klubhaus und sahen, wie
Hoogeveen die Begegnung auch dank eines schönen Treffers per
Distanzschuss (54.) drehte und mit 2:1 gewann. Die Derde Divisie
startet nun in die Playoffs um Auf- und Abstieg, die erst Mitte
Juni enden.
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