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Die Woche nach der Schalker Meisterschaft
und der Hochzeit meiner Schwester verbrachten Alex, Lynn und ich
im Berliner Umland. Erst am Freitag ging es nach dem Mittagessen
für uns weiter – wenn auch nicht direkt zurück in den Westen.
Traditionell wartete Mitte Mai der Rennsteiglauf auf uns.
Während es am Samstagmorgen für den kurzentschlossenen Nolan und
die erfahrenen Rennsteigveteranen Marlene und Fabian auf die
Halbmarathonstrecke ging, quälte ich mich zum fünften Mal über
die 42 Kilometer lange Route von Neuhaus nach Schmiedefeld. Auch
wenn es sich zwischenzeitlich ganz anders anfühlte, konnte ich
auch im Thüringer Wald auf meiner „Haus- und Hofstrecke“ eine
neue Bestzeit aufstellen. Somit hatte ich mir den direkt an den
Lauf anschließenden Ausflug nach Franken noch etwas mehr
verdient als sonst. Bei schönstem Sonnenschein flogen wir am
Nachmittag über die A73 gen Süden in die Frankenmetropole. Ich
half Alex und Lynn beim Einchecken und Einziehen im Hotel, ließ
mich von Ihnen zum Stadion bringen und verbrachte einige Minuten
im Trubel vor dem Gästeblock. Hier wartete ich, bis die
bekannten Gesichter nach und nach eintrafen.
Ich konnte mit meiner Glubb-Mitgliedschaft
immerhin vier Tickets besorgen und half so dabei, dass Henry,
Bonny, Bilal und Nolan dem „Freundschaftsspiel“ beiwohnen
konnten. Für meinen Cousin aus den Staaten markierte die Partie,
nach den Ausflügen zu TeBe und nach Meuselwitz, den ersten ganz
großen Brocken bei seiner Schnell-Einführung in den deutschen
Fußball. Man kann sicherlich schlechtere Stimmung abgreifen als
beim Duell der Freunde aus dem Frankenland und dem Ruhrgebiet.
Da meine vier Sitzplätze in der Südkurve wie beschrieben bereits
in Benutzung waren, ließ ich mich von Andre und Flo in den
Gästeblock schleusen und fand mich plötzlich und ungeplant neben
Micha wieder, der bereits im Block saß. So verfolgten wir das
Spiel nah am stimmungsvollen Epizentrum. Der Zweitligameister
und Aufsteiger hatte nichts mehr zu verlieren, war entsprechend
motiviert in eine großflächigen Choreo involviert und
schmetterte so manchen Gassenhauer aufs Parkett.
„Entscheidend is' auf'm Platz.“ Naja. Allzu
gerne widerspreche ich hier und heute der Zecke Adi Preißler.
„Auf’m Platz“ war heute ziemlich egal und das sage ich nicht nur
deswegen, weil der S04 sang- und klanglos mit 0:3 nach Hause
geschickt wurde. Heute war das miteinander unter Freunden viel
wichtiger. Der gemeinsame Jubel mit den Nürnberger
Regionalligameistern, den weiterhin erstklassigen Club-Frauen
oder eben auch der FCN-Auswahl, die den Knappen an diesem Abend
eine Niederlage zufügte. Irgendwie war damit auch zu rechnen,
verbrachten die Schalker Profis einen Großteil der Woche
zwischen Sonne, Bier und Partyklängen auf der Mittelmeerinsel
Ibiza. Dafür war der Auftritt eigentlich sogar noch ganz
passabel. Aber sei’s drum. Ich freute mich über die fortgesetzte
Feierstimmung, nachdem ich das Spiel gegen Düsseldorf verpasst
hatte. Die letzten Minuten verbrachte ich bei meiner Familie und
stand neben einem begeisterten Ami, der das Erlebte irgendwie
versuchte einzuordnen. Da hat jemand Blut geleckt. Für mich
markierte die Heimfahrt am Folgetag zwei schöne, aber auch
anstrengende Wochen. Endlich wieder Alltag.
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