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Im Oktober 2010 besuchte ich mit dem
Länderspiel zwischen Luxemburg und Weißrussland meine erste
Fußballpartie im Ausland. Knappe zwei Jahre später schnupperte
ich mit Yves und Majus bei einer
Champions-League-Quali-Begegnung in Düdelingen erstmals die Luft
des luxemburgischen Vereinsfußballs. Wenige Monate später
stellte mich Pascal in Grevenmacher seinen Jungs von der UMM vor
und spätestens zu diesem Zeitpunkt war es um mich geschehen. Im
Bann der CSG besuchte ich in den kommenden gut zwei Jahren so
manches Stadion in Luxemburg und verband das mittlerweile
gewachsene Fan-Dasein mit dem Hopping. Im Mai 2015 begleitete
mich sogar ein Fernsehteam des ARD zum Auswärtsspiel der Macher
in Canach und sprach mit mir übers Stadionsammeln und den
Fußball im Großherzogtum. Danach wurde es lange Zeit ruhig im
Binnenverhältnis zwischen mir und dem luxemburgischen Fußball.
Immerhin lief ich währenddessen meinen ersten Marathon in
Luxemburg Stadt und auch einer unserer ersten gemeinsamen
Wochenendtrips führte Alex und mich hierher. Mittlerweile
betreue ich das kleine Land redaktionell bei Europlan und konnte
an diesem Sonntag endlich Vollzug melden!
Mit meinem Besuch der Partie zwischen
Strassen und Canach im brandneuen Stade an de Millewisen wurde
erstmals die National Divison komplettiert. Eigentlich war
dieser Meilenstein bereits für den Winter geplant. Leider
verzögerte im November ein plötzlicher Wintereinbruch mein
Vorankommen bei den beiden damals noch fehlenden Grounds in
Luxemburgs erster Liga. So konnte ich mich immerhin an einem
wunderschönen sommerlichen Tag über die Vervollständigung
freuen. Wie fast immer ging es für mich am späten
Sonntagvormittag über die Eifel ins Großherzogtum. Bevor das
Stadion rief, haute ich auf dem Potaschberg meinen Tank mit mehr
oder weniger günstigem Diesel voll und belud meinen Kofferraum
mit etlichen Getränkeplatten. So fühlte es sich zumindest so an,
als würde sich der Besuch auch abseits des Fußballspiels lohnen.
Wenig später schlug ich in Strassen auf, wo ich im Spätsommer
2023 bei einem Doppler mit Monnerich bereits das alte Stadion
des FC UNA besuchte. Vom schmucken neuen Ground aus, kann man
hinter den Stufen der Gegengerade noch immer die Flutlichtmasten
des Complexe Sportif Jean Wirtz erkennen. Natürlich bietet die
neue Spielstätte deutlich mehr Platz und mit seiner modernen
Tribüne viel mehr Komfort. Der Umzug unterstreicht zudem die
auch internationalen Ambitionen des Klubs.
Sportlich waren diese im Duell mit der
abstiegsbedrohten Jeunesse aus Canach jedoch nicht zu erkennen.
Mein Komplettierungs-Spiel lieferte von Beginn an fußballerische
Magerkost. Kaum gefährliche Aktionen auf dem Kunstrasen und kein
ernstzunehmender Support auf den mäßig gefüllten Rängen. Da
blieben einem lange Zeit tatsächlich nur die Freude über die
bereits recht intensiven Sonnenstrahlen und die Nachricht vom
Schalker Sieg in Paderborn. Während der S04 in einem emotionalen
Spiel in Ostwestfalen einen 0:2-Rückstand drehte, kamen die
favorisierten Hausherren gegen die feldüberlegenen Gäste der
Jeunesse nicht so wirklich in Tritt. Strassen benötigte einen
aus Sicht des Gastes unglücklichen Elfmeterpfiff, nachdem ein
UNA-Spieler beim Rauslaufen aus dem Strafraum in eine Grätsche
lief und dankbar fiel. Der folgende Treffer vom Punkt bildete,
mit dem späten zweiten Treffer der Partie, den schmeichelhaften
2:0-Sieg. Es tat mir tatsächlich leid für Canach, auch wenn ich
mich freute, dass dieses für mich besondere Spiel nicht 0:0
endete.
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