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Sieben Spieltage vor dem Ende der Saison in
den deutschen Profi-Ligen, sah der Rahmenspielplan am letzten
März-Wochenende eine Länderspielpause vor. Wir waren natürlich
trotzdem gut durchgeplant und hatten für den Samstag ein
„Playdate“ mit Rena, Andre und Leon auf dem Zettel. Am Sonntag
freuten wir uns zudem auf einen Besuch auf der Galopprennbahn.
Bei der Aussicht auf ein fußballfreies Wochenende wollte Andre
jedoch ein Wörtchen mitreden und baute in unser Treffen
kurzerhand einen Besuch der Regionalliga-Partie zwischen Fortuna
Düsseldorf II und dem Tabellenführer Fortuna Köln ein. Somit
fanden wir uns, nachdem wir die Mittagszeit in einem Spielraum
für Kleinkinder verbracht hatten, wenig später in Flingern
wieder. Zum Glück erwischten wir für unsere kurze Anreise eines
der wenigen trockenen Zeitfenster an diesem ansonsten
verregneten Frühlingstag. Auf der Tribüne des Paul-Janes-Stadion
war bereits einiges los, was sicherlich am Mangel an
Alternativen und vielleicht auch an der erhöhten Attraktivität
des Gegners lag.
Duelle zwischen den beiden Nachbarn am
Rhein sind immer brisant. Wenn wir es richtig gesehen haben,
verzichteten beide Mannschaften vor dem Spiel sogar auf den
obligatorischen Handschlag untereinander. Davon kann man
sicherlich halten, was man will. Neben der historisch
gewachsenen „Fehde“ zwischen Landeshauptstadt und Domstadt, war
auch der sportliche Aspekt interessant im Duell der Fortunen.
Während die Düsseldorfer Reserve mit Ach und Krach über dem
Strich rangiert, stehen bei den Kölnern alle Weichen auf
Aufstieg. Mit nur einer Niederlage auf dem Konto, muss man die
wenig konstante Konkurrenz aus Oberhausen und die in dieser
Saison überraschend erfolgreiche Knappenschmiede nicht wirklich
fürchten. So entwickelte sich im ersten Durchgang eine sehr
einseitige Begegnung, in der es die Hausherren kaum vors
gegnerische Tor schafften. Andererseits gelang es dem
Spitzenreiter im gegnerischen Strafraum nicht, ernsthaft für
Gefahr zu sorgen.
Stattdessen nahmen zwei andere
Entwicklungen in der Wahrnehmung des wenig ansehnlichen Spiels
viel Platz ein. Zuerst war da der Regen, der sich teils
schauerartig auf den Platz ergoss. Als ich in einer trockenen
Phase an Bierstand und Grill hinter der Tribüne vorstellig
wurde, verpasste ich zudem Teile der Eskalation zwischen beiden
Teams. Der Referee kam bei all den Fouls, Unsportlichkeiten und
Rudelbildungen mit den Karten kaum hinterher und am Ende des
ersten Durchgangs stand nicht mehr der Fußball im Vordergrund.
Ganze neun gelbe Karten hagelte es bis zur Pause. Da auf Seiten
der Hausherren ein Spieler doppelt mit gelb bedacht wurde,
musste die Fortuna-Reserve mehr als die Hälfte der Partie in
Unterzahl spielen. Trotzdem tat sich der Tabellenführer
weiterhin schwer. Die Partie hatte sich nach der Pause merklich
beruhigt und blieb einseitig. Die durch einen langen Einwurf und
eine Verlängerung per Hacke eingeleitete Führung durch Kölns
Haider war dementsprechend überfällig (63.). Mit dem völlig
leistungsgerechten 2:0 aus Sicht der Gäste, war die Begegnung
zehn Minuten vor Schluss entschieden. So gabs am
Länderspielwochenende eine nicht immer schöne, aber zumeist
intensive Regionalligapartie für uns.
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