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Mit dem Schalker Sieg vom Vorabend im
Rücken brachen Alex, Lynn und ich am Samstagmorgen wieder in
Richtung Niederlande auf. Unsere Planungen für Tagestouren
dieser Art hatten sich bereits eingespielt und so verliefen die
entsprechenden Ausflüge immer nach einem ähnlichen Muster. Nach
dem Frühstück ging es ohne schuldhaftes Zögern auf die Piste.
Vor Ort suchten wir uns eine nette Wanderung aus, ehe es am
Nachmittag gemeinsam zu einem Viertliga-Klub ging. Dort
verfolgte ich die Partie so aufmerksam wie möglich, während Alex
und Lynn das Vereinsheim unsicher machten. So lief es auch an
diesem etwas kühleren und wolkenverhangenen Tag. Wir entschieden
uns lediglich dazu den Spaziergang in der Natur in eine kleine
Sightseeing- und Shopping-Runde in Amersfoort einzutauschen. In
der schicken Großstadt in der Provinz Utrecht hatten wir bereits
vor einigen Jahren das Mondrianhuis besucht. Damals war die
Besichtigung der Stadt selbst jedochetwas zu kurz gekommen. Und
was soll man sagen, auch Amersfoort war sauber, schick und wie
so viele niederländische Städte den Besuch absolut wert.
Von hier aus waren es dann auch nur noch
wenige Kilometer bis zum fußballerischen Tagesziel Nijkerk. Wie
schon auf der Fahrt nach Amersfoort bremsten uns zwar diverse
gesperrte Straßen aus und doch erreichten wir den Sportpark De
Ebbenhorst zeitig. Der Hauptplatz des Aufstiegskandidaten gehört
sicherlich zum Größten und vielleicht auch Besten, was der
niederländische Amateurfußball zu bieten hat. Mehr als 5.000
Plätze für Zuschauer verteilen sich vor allem auf die
Haupttribüne mit ihrer riesigen Terrasse und dem großen Clubhaus
sowie auf die gegenüberliegende Seite, die auf voller Länge in
unterschiedlicher Art ausgebaut ist. Auf meine Bestellung in der
gut organisierten Snackbar folgte sogleich der Anpfiff der
Partie zwischen Sparta Nijkerk und den Harkemase Boys. Die Gäste
aus Friesland reisten als klarer Außenseiter an und hatten
bereits in der Anfangsphase ihre liebe Mühe mit den bissigen
Hausherren.
Umso überraschender war die frühe Führung
der Truppe aus Harkema. Ein einfacher langer Ball in der Spitze
ermöglichte es Gäste-Stürmer Rik de Boer in Begleitung zweier
Verteidiger aufs Sparta-Tor zuzulaufen. De Boer behielt die
Ruhe, hielt nur seinen Fuß in den Ball und erzielte das 0:1
(12.). Zu diesem Zeitpunkt war der Rückstand für die Heimelf
sicherlich ärgerlich, aber noch lange kein Beinbruch. Auch wenn
man hinten immer wieder anfällig war, hatte man vorne doch
diverse Chancen. Mittlerweile hatten sich auch Alex und Lynn zu
mir gesellt, da man die gut 200 Leute im Vereinsheim und auf dem
Balkon mit dicken Bässen versorgte. Während wir uns von Lynn an
der Hand um den Platz führen ließen, lief die Uhr zugunsten der
Gäste runter. Als Sparta im zweiten Durchgang selbst einen
Strafstoß nicht zum Ausgleich nutzen konnte, nahm der Sieg der
Gäste langsam, aber sicher Gestalt an. Auch aufgrund einer
starken Torwartleistung und der zunehmenden Verzweiflung seitens
der Hausherren, reichte das goldene Tor aus der
Anfangsviertelstunde tatsächlich zum Triumph des Außenseiters.
Natürlich bleibe ich auch weiterhin in meiner neuen
Lieblingsliga, der Derde Divisie am Ball und habe noch einige
Besuche in dieser Saison geplant.
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