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Ich glaube nicht mehr daran, dass aus mir
und dem FSV Schöningen bzw. dessen Elm-Stadion nochmal etwas
wird. Nach der ersten durchweg frühlingshaften Woche hatte ich
das Regionalliga-Spiel gegen den VfB Oldenburg anvisiert, um
endlich die langersehnte Komplettierung zu feiern. Mit meiner
Mama, Alex und Lynn sollte es ab Bernau nach Magdeburg gehen.
Während die Frauen sich die Stadt angucken, würde ich weiter ins
Grenzgebiet nach Schöningen fahren, ehe es nach Spielende wieder
gemeinsam zurück nach Brandenburg gehen sollte. Soweit der Plan.
Leider stand auch meinem dritten Versuch eine kurzfristige
Spielabsage im Weg. So hieß es umplanen und ich war froh, dass
ich die Kombo Magdeburg/Schöningen ohne große Reibung in das
Duett aus Leipzig und Zwickau tauschen konnten. Meiner
Reisegruppe war die Aussicht auf einen sonnigen Tag im schönen
Leipzig sogar lieber. Und ich? Naja, die Regionalliga Nordost
muss ja ebenfalls irgendwann mal vollgemacht werden.
Nun ging es für mich an diesem
wunderschönen letzten Februartag also ins sächsische Zwickau. Da
ich aufgrund der knapp bemessenen Anreise und der Lage des
Stadions in einem Randbezirk nicht wirklich viel von der Stadt
sah, wende ich mich gleich dem Verein zu. Der FSV, der zu
DDR-Zeiten zuerst Motor und später Sachsenring hieß, war ein
mäßig erfolgreicher Ost-Klub. Nach der Wende reichte es Mitte
der Neunziger für vier Jahre in der 2. Bundesliga. Keine zehn
Jahre später fand man sich mit allerhand finanziellen Querelen,
die den Klub bis heute begleiten, in der Landesliga wieder. Die
letzte Fast-Insolvenz konnte 2023 abgewandt werden. Heute spielt
man nach vielen Drittliga-Jahren in der Regionalliga und ist
unter Groundhoppern vor allem für seine Hopper-Kasse bekannt.
Der ein oder andere Stadionsammler, der von der Fanszene ertappt
wurde, durfte dieser in den letzten Jahren eine kleine Spende
hinterlassen. So versuchte ich möglichst unauffällig durch das
zehn Jahre alte Stadion mit seinen vier einzelnen an einem Wall
lehnenden Tribünen zu stromern.
Entweder hatte ich Erfolg, Glück oder es
juckte einfach niemanden. Vielleicht war man auch aufgrund des
wenig klangvollen Gastes aus Berlin-Altglienicke darauf bedacht,
seine Energie in den eigenen Support ohne einen Gegner auf den
Rängen zu stecken. Meine einzige Spende an den FSV datiert somit
weiterhin aus 2023, als auch ich die besagte Insolvenz mit ein
paar Euros verhinderte. Es war schön zu sehen, dass zumindest
mein Umfeld auf der Haupttribüne entspannt und engagiert den
Traditionsklub unterstützte und mein Geld scheinbar gut
„investiert“ war. Unter den durchgängigen und
abwechslungsreichen Gesängen der Heimfans entwickelte sich eine
muntere Partie. Während ich die Sonne genoss, bestimmte der FSV
standesgemäß die Partie. Die frühe Führung (17.) der Heimelf
fiel kurz nach der Pause einem fragwürdigen Elfmeterpfiff und
dem anschließenden Treffer (51.) zum Opfer. Zehn Minuten vor dem
Abpfiff brachte ein Tor aus dem Gewühl den FSV erneut in Front.
Ein eigentlich ungefährlicher Distanzschuss unter den
Schwäne-Keeper Hiemann unschön durchtauchte, sorgte dafür (86.),
dass Zwickau die Führung nicht ins Ziel brachte. Dem FSV bleibt
ein Punkt und mir noch drei nicht besuchte Stadien im Nordosten.
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